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Tagebuch - Russische Erinnerungen
Zwei Schicksale in einem Krieg

Meine Mutter Valentina Schurawljowa (geborene Kalistratowa) wurde am 23. Februar 1923 geboren. Der Geburtsort war ein gewöhnliches Dorf Selo-Gora (Gebiet Nowgorod), das für die Jugend absolut aussichtslos war und deshalb Leningrad mit Arbeitskräften versorgte. So kam auch Valentina nach der Sieben-Klassen-Schule zu ihren Verwandten nach Leningrad, um weiter zu lernen und zu arbeiten. Ich weiß nicht, welche Fachschule sie beendete, auf jeden Fall war sie 1941 eine gelernte Dampfleitungsarbeiterin.

Es ist auch unbekannt, wie lange sie in ihrem Beruf arbeitete, aber ich nehme an, dass sie gleich nach Kriegsbeginn wie alle jungen Leute nur den einen Wunsch hatte: an der Front zu kämpfen.

Das war ihr nicht beschieden, aber im Mai 1942 wurde sie in die Baueinheit Nr. 126 einberufen, in der sie während der ganzen Blockade von Leningrad im Bestand der 2. Kompanie Verteidigungs- und Sonderanlagen zu bauen hatte. Genauer gesagt, waren das Flugzeugwarn- und Beobachtungsposten, wobei sie oft auch die Funktionen eines Beobachters ausüben musste.

So ging es bis zum Kriegsende: Sie baute und verteidigte, dann stellte sie das vom Krieg Zerstörte wieder her. Erst im August 1945 wurde sie demobilisiert. Mit zwei Medaillen an der Brust kehrte sie zum friedlichen Leben zurück.

Den ganzen langen Weg bis zum Weg

Mein Vater Alexej Schurawljow wurde am 27. Januar 1924 in einer Bauernfamilie im gewöhnlichen kleinen Dorf Bobowischtsche (Gebiet Nowgorod) geboren. 1941 war er erst 17 Jahre alt. Deshalb durfte er nicht an die Front, aber 1942 wurde er einberufen und zu einem militärischen Lehrgang entsandt. Mit 19 war er Unterleutnant und kam an die Westfront, mitten in die erbittertsten Kämpfe bei Moskau. Als Kommandeur eines Zuges von MP-Schützen diente er in der 10. Armee und ging mit ihr den ganzen langen Weg bis zum Sieg.

Das Kommando setzte die Infanterie, die noch dazu mit Maschinenpistolen bewaffnet war, bei den härtesten Angriffen ein. Kaum jemand kam mit dem Leben davon; die wenigen, die am Leben blieben, waren verwundet.

Mein Vater musste in den zweieinhalb Jahren der Kämpfe fünfmal in Lazaretten behandelt werden. Er beendete seinen Dienst im Baltikum als Oberleutnant in der Dienststellung eines Kompaniechefs. Seine wichtigsten Kriegsauszeichnungen waren der Orden des Vaterländischen Krieges und die Tapferkeitsmedaille.

Aber noch wichtiger war es, dass er auch die blutigsten Kämpfe überstand. Nach einer Nachschulung für Offiziere wurde er im August 1946 zum Dienst bei Leningrad entsandt.

Für uns die verdientesten Veteranen

Wir, ihre Kinder, danken dem Schicksal, dass unsere Mutter die furchtbare Blockade von Leningrad überleben konnte und dass unser Vater, der aus dem Krieg mit zahlreichen Verwundungen, aber lebend zurückkam, unserer künftigen Mutter begegnete. Für uns sind sie beide die verdientesten Veteranen jenes mehr als GROSSEN KRIEGES.




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