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Die Lage an den Fronten am 19. Februar 1945

Nördlich und nordwestlich der Stadt Grudziadz (Graudenz) haben unsere Truppen die Offensive fortgesetzt. Sie brachen den Widerstand des Gegners, rückten zehn Kilometer vor und nahmen Neuenburg am Westufer der Weichsel ein. Zugleich wurden die Kämpfe zur Liquidierung der in Grudziadz (Graudenz) eingekesselten gegnerischen Garnison fortgesetzt. Heute bei Tagesanbruch setzten zwei Bataillone der Hitleristen an das Westufer der Weichsel über und versuchten, aus der Umkreisung auszubrechen. Die feindliche Gruppe wurde vom MG-Feuer unserer Abteilungen in Empfang genommen und zum größten Teil vernichtet. Die Deutschen leisten unter dem Schutz der um Grudziadz aufgebauten Befestigungen hartnäckigen Widerstand. Die sowjetischen Einheiten ziehen den Ring immer enger und sind in die Vororte der Stadt eingedrungen. An einem Tag wurden mehr als 1.500 Soldaten und Offiziere des Gegners vernichtet.

Am Nordufer der Donau hat der Gegner östlich von Komarno am frühen Morgen seine Angriffe wieder aufgenommen. Die Deutschen haben an diesem schmalen Abschnitt große Kräfte an Infanterie und zwei Panzerdivisionen in den Kampf geworfen. Es kam zu erbitterten Kämpfen, bei denen verschiedene Ortschaften mehrmals den Besitzer wechselten. Unter großen Verlusten gelang es dem Gegner, mehrere Ortschaften einzunehmen. Auf dem Schlachtfeld blieben viele feindliche Leichen zurück. Nach unvollständigen Angaben wurden 22 deutsche Panzer und neun Schützenpanzerwagen zerschossen.

Die Luftwaffe der Baltischen Rotbanner-Flotte flog Angriffe gegen Schiffe des Gegners auf der Ostsee. Drei deutsche Transportschiffe mit insgesamt 16.000 Tonnen Wasserverdrängung und ein Minenboot des Gegners wurden versenkt. Die Schiffe der Flotte haben am Zugang zum Hafen Liepaia (Libau) zwei deutsche Transportschiffe auf Grund gesetzt. Piloten der Flotte schossen in Luftkämpfen elf Flugzeuge des Gegners ab.

Der im Raum Breslau gefangen genommene deutsche Feldwebel Günther Ersemann gab an: „Am Donnerstag, dem 18. Januar, machten sich in der Stadt besorgniserregende Gerüchte breit. Es wurde gesagt, die russischen Truppen seien in Schlesien eingedrungen und auf dem Weg nach Breslau. Die Lokalzeitungen dementierten die Gerüchte und schrieben, das alles sei gelogen. Aber ein paar Tage später erließ der schlesische Gauleiter Hanke einen Befehl, in dem er die sofortige Evakuation der Einwohner anordnete. Er drohte allen mit Strafen, die sich dem Befehl widersetzen würden. Die Panik, in der die Bevölkerung ausbrach, ist unbeschreiblich. Die Einwohner der Stadt versuchten alles zu vernichten, was von ihren Beziehungen zum Hitlerregime zeugen könnte.

Aus vielen Fenstern wurden Hitlerbilder, SS-Uniformen und Hakenkreuzfahnen geworfen. Tausende Bewohner machten sich zu Fuß auf den Weg. Auf den vereisten Straßen kam es sofort zum Stillstand des Verkehrs. Die auf dem Weg festsitzenden Menschen erlebten zum ersten Mal, was es heißt, auf der Flucht zu sein, und verfluchten die faschistischen Beamten, die sich mit Automobilen aus der Stadt fortgemacht hatten. Zufällig vorbeifahrende Züge wurden gestürmt. Die Menschen rannten umher wie wahnsinnig. Viele wurden zerquetscht und verstümmelt.“



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