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SowInformBüro berichtet
Die Lage an den Fronten am 26. Februar 1945

In Ostpreußen griff der Gegner nordwestlich von Königsberg wiederholt an. Hatte er an einem Abschnitt keinen Erfolg, griff er an einem anderen an. Mit mächtigem Feuer und Gegenschlägen warfen die sowjetischen Abteilungen die Hitleristen zurück. Vor unseren Stellungen blieben viele feindliche Leichen, kaputtes Gerät und Waffen des Gegners zurück. Südwestlich von Königsberg überwanden unsere Verbände den hartnäckigen Widerstand der Deutschen und nahmen mehrere Ortschaften ein. Nordwestlich von Zinthen wurde eine Kompanie des 123. Deutschen Infanterieregiments mit ihrem Kommandeur gefangen genommen. An einem Tag wurden mehr als 2.000 Hitleristen, 33 Geschütze und 200 Maschinengewehre vernichtet.

In Breslau führten unsere Truppen Kämpfe zur Liquidierung der in der Stadt eingeschlossenen gegnerischen Gruppierung. Die Deutschen haben die Straßen mit Barrikaden und Gräben abgesperrt; viele Häuser haben sie in stark befestigte Verteidigungsknotenpunkte verwandelt. Die sowjetischen Sturmgruppen rücken beharrlich weiter vor und säubern ein Haus nach dem anderen von den Deutschen. Besonders erbitterte Kämpfe gab es um den Hindenburg-Platz. Unsere Infanteristen, Pioniere und Artilleristen griffen den Feind von drei Seiten an. Die Deutschen waren in eiserner Umklammerung. Nach harten Kämpfen wurde der Platz von unseren Truppen eingenommen. Andere Abteilungen besetzten das Straßenbahndepot. Im Laufe des Tages wurden mehr als tausend Soldaten und Offiziere des Gegners vernichtet. Es wurden sechs Panzer und andere Trophäen erbeutet. Mehr als 300 Deutsche wurden gefangen genommen.

Wie bereits berichtet wurde, haben unsere Truppen bei der Liquidierung der in Schneidemühl eingeschlossenen Gruppierung des Gegners mehr als 5.000 feindliche Soldaten und Offiziere gefangen genommen. Außerdem haben die sowjetischen Abteilungen in den Wäldern nördlich von Schneidemühl zwei deutsche Gruppierungen liquidiert und viele Gefangene gemacht. Unter den Gefangenen sind der Kommandant der Stadt Schneidemühl Oberstleutnant Heinrich Remlinger und sein Stabschef Karl von Haase, der Leiter der Ingenieursabteilung der Garnison Schneidemühl Oberstleutnant Alfred Kurhaup und andere deutsche Offiziere.

Der gefangene Oberstleutnant Heinrich Remlinger erzählte: „Am 27. Januar kam ich nach Deutsch-Krone in den Stab von Himmler, der die deutsche Armeegruppe „Weichsel“ befehligt. Himmler erklärte mir, dass ich zum Kommandant von Schneidemühl ernannt wurde, und fügte hinzu: „Sie kriegen uneingeschränkte Freiheit und müssen die Festung um jeden Preis halten.“ Bald darauf hatten die Russen die Stadt eingekreist. In wenigen Tagen haben wir an Gefallenen und Verwundeten mehr als 4.000 Soldaten und Offiziere verloren. In der Stadt herrschten Panik und Chaos.

Viele Offiziere kamen zu dem Schluss, dass die Garnison vor der Vernichtung steht, und sprachen sich für eine Kapitulation aus. Ich ließ mich per Funk mit dem Stab verbinden und teilte mit, dass die Lage kritisch sei. Als Antwort kam ein von Himmler unterzeichnetes Radiogramm: „Ihre Lage ist uns bekannt. Haltet durch. Es ist Hilfe unterwegs.“ Ohne die Hilfe abzuwarten, entschloss ich mich, auf eigene Gefahr aus Schneidemühl nach Norden auszubrechen. Aber wir stießen auf die Russen, hatten äußerst schwere Verluste und wurden versprengt. Mich und den Stabsleiter nahm man gefangen.“

Der gefangen genommene Oberstleutnant Alfred Kurhaup gab an: „Der Kessel von Schneidemühl wurde zum Grab für viele Tausende deutsche Soldaten. Nicht mal die kleinste Einheit konnte aus der Umklammerung ausbrechen. Die aus der Stadt ausgebrochenen Abteilungen wurden in den Wäldern von den Russen eingeholt und eine nach der anderen vernichtet. Auf den Wald- und Feldwegen sah ich Tausende von Leichen deutscher Soldaten, liegen gebliebene Panzer, Selbstfahrlafetten und kaputte Automobile. In der Gefangenschaft traf ich viele Offiziere der Garnison Schneidemühl, die zusammen mit zerstreuten Gruppen von Soldaten die Waffen niedergelegt und kapituliert hatten.“



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