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Die Lage an den Fronten am 3. März 1945

Die Truppen der 2. Weißrussischen Front setzten ihre Offensive fort. Der Gegner versucht, den Vormarsch der sowjetischen Abteilungen aufzuhalten und wirft dafür Reserven in den Kampf. Unter anderem sind frische SS-Einheiten angerückt. Gefangene teilen mit, dass die deutsche Heeresführung allen ihren Einheiten befohlen hat, mit allen Mitteln zu verhindern, dass die sowjetischen Verbände die Ostsee erreichen. Heute kam es zu erbitterten Kämpfen vor Rummelsfeld. Sowjetische Artilleristen und Infanteristen wehrten den feindlichen Gegenangriff ab; dann versetzten sie dem Feind einen empfindlichen Schlag und nahmen die Stadt Rummelsberg ein. Im Laufe der Kämpfe hat der Gegner große Verluste. An einem Tag wurden mehr als 2.000 deutsche Soldaten und Offiziere vernichtet.

In Breslau setzten unsere Truppen die Kämpfe um die Liquidierung der in der Stadt eingeschlossenen gegnerischen Gruppierung fort. Unsere Stoßtrupps haben die Gegend um das Krematorium am südwestlichen Stadtrand von den Deutschen gesäubert. Auf dem Schlachtfeld blieben Hunderte feindlicher Leichen zurück. 200 Hitleristen wurden gefangen genommen.

Der gefangen genommene Kommandeur der 304. Deutschen Infanteriedivision General-Major Ulrich Liss arbeitete lange Zeit in der 3. Abteilung des deutschen Generalstabs (zuständig für die Westarmeen). In Januar 1945 wurde Liss zum Divisionskommandeur bestimmt und an die sowjetisch-deutsche Front geschickt. Der Gefangene gab an: „Die deutsche Führung erwartete jeden Tag den Winternangriff der Russen. In den höchsten Militärkreisen herrschte die Überzeugung, dass die deutsche Armee sich an den Verteidigungsabschnitten an der Weichsel halten kann.

Ein paar Tage nach dem Beginn der russischen Offensive war von dieser Überzeugung nichts mehr zu sehen. Bevor der Generalstab irgendwelche Maßnahmen ergreifen konnte, hatten die Russen auf breiter Front die deutsche Verteidigung zermalmt. Die deutsche Führung befahl, alle Offensiven im Westen anzuhalten und dort zur Verteidigung überzugehen. Eilends begann die Verlegung der Truppen von der Westfront an die Ostfront. Aber es war bereits zu spät.“

Der gefangene Kommandeur der 433. Deutschen Infanteriedivision General-Leutnant Lübbe teilte mit: „Innerhalb von vier Tagen war meine Division zertrümmert und hatte als Kampfeinheit aufgehört zu existieren. Noch lange vor der Januar-Offensive der Russen hatte ich die Lage der deutschen Armee pessimistisch eingeschätzt. Dem Verstand war klar, dass Deutschland keine Chancen auf den Sieg mehr hatte. Und doch war die äußerst schnelle Zerschlagung der deutschen Verteidigung für mich eine völlige Überraschung. Ich hatte nicht mal den Gedanken zugelassen, dass der Vormarsch der Russen so schnell und so tief sein würde.“



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