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SowInformBüro berichtet
Die Lage an den Fronten am 15. März 1945

In Ostpreußen setzten unsere Truppen die Offensive südwestlich von Königsberg fort. Zu hartnäckigen Kämpfen kam es im Raum Heide Waldburg an der Küste des Frischen Haffs. Der Gegner unternahm mehrere erbitterte Gegenangriffe, um die Verbindung mit der Königsberger Garnison und einer südwestlich von Königsberg agierenden Gruppierung wiederherzustellen. Die Ortschaft Heide Waldburg wechselte mehrmals den Besitzer. Heute haben unsere Verbände mit einem schnellen Schlag den feindlichen Widerstand gebrochen und in breiter Front das Frische Haff erreicht. Einzelne Gruppen Deutscher, die ans Meer zurückgedrängt worden waren, legten die Waffen nieder und ergaben sich. An einem Gefechtstag wurden mehr als 4.500 Soldaten und Offiziere des Gegners vernichtet.

In Colberg führten unsere Truppen Kämpfe zur Liquidierung der im Ostteil der Stadt blockierten deutschen Garnison. Der Gegner versucht, mit Gegenangriffen die Zugänge zum Hafen zu halten, in dem sich mehrere Schiffe befinden. Sowjetische Artilleristen haben ein deutsches Transportschiff versenkt, das den Hafen verlassen wollte. Außerdem wurden vier Lastkähne mit Brandgranaten beschossen; sie fingen Feuer und sanken.

Beim Sturm der vom Gegner in Widerstandsnester verwandelten Gebäude säubern unsere Abteilungen einen Häuserblock nach dem anderen vom Gegner. Der Gegner hat starke Verluste. Nach einem Schnellangriff wurde das Eisenbahndepot eingenommen. Zehn Lokomotiven und 400 Waggons mit verschiedenen Gütern wurden erbeutet. Mehr als 600 Deutsche wurden gefangen genommen.

Das sowjetische Informbüro hatte am 1. März den Befehl des Kommandeurs der 2. Deutschen Armee, General-Oberstleutnant Weiß, über Maßnahmen zum Kampf gegen Feiglinge, Deserteure und Defätisten veröffentlicht. Das Anwachsen der Fahnenflucht beunruhigt nicht nur den Kommandeur der 2. Deutschen Armee. Von ähnlichen Sorgen sind auch andere deutsche Generäle gezeichnet. Vor kurzem haben unsere Truppen einen Befehl des neuen Kommandeurs der Heeresgruppe Nord, General-Oberstleutnant Rendulitz, erbeutet. Dort heißt es:

„Jeder Soldat, der im Laufe von Kampfhandlungen von seiner Abteilung getrennt wird, muss sich sofort der nächstgelegenen Einheit im Kampfgebiet anschließen. Solch eine Abteilung ist allzeit leicht zu finden, wenn man sich am Gefechtslärm orientiert. Ein Soldat, der dies nicht tut, gilt als Deserteur. Soldaten aller Truppengattungen, die in Ortschaften, Wagenkolonnen oder unter Flüchtlingen aufgegriffen werden und erklären, dass sie angeblich ihre Einheit suchen, werden erschossen.“

Die zur Untersuchung dieser Fälle eingerichteten deutschen „fliegenden Feldgerichte“ tagen tags und nachts und sprechen bündelweise Todesurteile aus. Und doch schaffen sie es nicht, alle Fälle von Desertion zu untersuchen. Deshalb erschießen Nazi-Offiziere Soldaten oft ohne Gericht und Untersuchung. Der gefangene Soldat des 234. Regiments der 56. Deutschen Infanteriedivision Joseph Dulling erklärte: „Am 22. Februar wurden in unserem Bataillon ohne Gerichtsverhandlung 15 Soldaten dafür erschossen, dass sie die Stellungen verlassen hatten.“



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