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SowInformBüro berichtet
Die Lage an den Fronten am 22. November 1944

Im Laufe des 22. November eroberten unsere Truppen mehrere Ortschaften in Ungarn. An den anderen Frontabschnitten wird Aufklärung betrieben und kommt es zu lokal begrenzten Kämpfen. Am 21. November haben unsere Truppen 43 deutsche Panzer abgeschossen. In Luftkämpfen und durch Flak-Geschütze wurden sieben Flugzeuge des Gegners vernichtet.

In Ungarn haben unsere Abteilungen die Deutschen aus sehr stark befestigten Positionen vertrieben, wobei 400 feindliche Soldaten und Offiziere vernichtet wurden. Neun deutsche Panzer wurden in Brand geschossen und vernichtet. Gefangene teilten mit, dass die 9. Ungarische Grenzdivision in den letzten Kämpfen bis zu 60 Prozent ihres Mannschaftsbestands eingebüßt hat. Unsere Truppen haben an verschiedenen Frontabschnitten 1.050 deutsche und ungarische Soldaten und Offiziere gefangen genommen.

In Ostpreußen hat die Infanterie des Gegners an einem Abschnitt versucht, unsere Positionen auszukundschaften. Die sowjetischen Abteilungen ließen die Deutschen nah heran kommen und eröffneten dann heftiges MG- und MPi-Feuer. Die Hitleristen trugen schwere Verluste davon und zogen sich ungeordnet zurück. Unsere Scharfschützen haben an einem Tag 49 deutsche Soldaten und Offiziere vernichtet. Sowjetische Piloten flogen Angriffe gegen Eisenbahnstationen in Ostpreußen. Zwei Militärzüge und ca. 40 Kraftwagen des Gegners wurden vernichtet.

Südlich der Stadt Pultusk führten beide Seiten Aufklärungsgänge durch. An einem Abschnitt griff die deutsche Infanterie unsere Kampfstellung an, die unter dem Kommando des Offiziers Chartschenkow steht. Die sowjetischen Kämpfer wehrten die Attacke des zahlenmäßig überlegenen Gegners mit Maschinenpistolen-Feuer und Handgranaten ab. Auf dem Rückzug ließen die Deutschen vor unseren Positionen 30 Leichen ihrer Soldaten zurück. An einem anderen Abschnitt stürmten Kundschafter der Abteilung X die Stellungen der Deutschen und sprengten zwei Unterstände. Nachdem sie Gefangene gemacht hatten, kehrten die Aufklärer wohlbehalten zu ihrem Truppenteil zurück.

Der gefangene Leutnant der 2. Kompanie des 252. Pionierbataillons der 252. deutschen Infanterie-Division Hans Richling erklärte: „Die Nachricht vom Einzug der sowjetischen Truppen in Ostpreußen machte einen überwältigenden Eindruck auf die Soldaten und Offiziere. Es war das geschehen, was wir für unmöglich gehalten, was wir am allermeisten befürchtet hatten. Die Offiziere diskutieren die Frage, wie lange sich die deutsche Armee noch wird halten können. Es werden verschiedene Vermutungen ausgesprochen. Viele sind sich darüber einig, dass die Katastrophe in der allernächsten Zeit hereinbrechen wird.“

Der auf die Seite der Roten Armee übergetretene Oberleutnant der 21. deutschen Luft-Infanteriedivision Robert Wolf sagte aus: „Zu Beginn des Krieges glaubte ich fest an den Sieg Deutschlands. Die schweren Niederlagen der deutschen Armee haben mich erschüttert, aber ich nahm an, dass dies nur vorübergehende Misserfolge waren. Die militärischen und politischen Ereignisse der letzten Zeit haben mich endgültig davon überzeugt, dass Deutschlands Zusammenbruch unausweichlich ist. Jetzt sind nicht nur einzelne deutsche Divisionen oder Armeen, sondern ganz Deutschland in diesen ‚Kessel‘ geraten, aus dem es keinen Ausweg gibt.“

Der gefangene Kommandeur der 2. Kompanie des 996. deutschen Wachbataillons Oberleutnant Hans Tamein erzählte: „Ich wog mich lange in der Hoffnung, dass es im Lager der Gegner Deutschlands zu einer Spaltung kommt. Übrigens hegen auch jetzt noch manche Offizierskreise diese Hoffnung. Jetzt ist es für mich offensichtlich, dass unser letztes Spiel verloren ist. Alle unsere Hoffnungen auf eine Krise oder Streitigkeiten zwischen der Sowjetunion und ihren Verbündeten sind vollends gescheitert.“

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