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Die Lage an den Fronten am 6. Dezember 1944

In Ungarn zwischen dem Plattensee und der Donau hat der Feind seine schwer angeschlagenen Truppen mit großen Kräften an Infanterie und Panzern aufgefüllt. Es kam mehrmals zu verzweifeltem Nahkampf. Unsere Truppen bewegen sich am Westufer der Donau fort; mit einem schnellen Angriff warfen sie die Deutschen aus ihrer Zwischen-Verteidigungslinie und eroberten eine Ortschaft 50 Kilometer von Budapest entfernt. Andere Truppenteile überquerten nach erbitterten Kämpfen zwei Kanäle und zerschlugen die Verteidigung der Deutschen am anderen Ufer. Der Gegner unternahm insgesamt zwölf Gegenangriffe, um den Status Quo wieder herzustellen. Die sowjetischen Infanteristen und Artilleristen schlugen die Angriffe der Hitleristen mit mächtigem Feuer zurück und drängten den Feind weiter zurück, wobei mehrere Ortschaften eingenommen wurden.

Zwischen dem Plattensee und dem Fluss Drava kamen unsere Truppen unter Kampf weiter voran. Nordwestlich von Kaposvar haben die sowjetischen Gardeeinheiten schwer zu überwindende Sümpfe durchschritten und am Ufer des Plattensees eine große Ortschaft erobert. Damit ist fast das gesamte Südufer des Sees in unserer Hand.

In Ostpreußen ist eine Gruppe von Kämpfern unter Führung von Oberleutnant Ismakajew in eine deutsche Stellung vorgedrungen und hat aus dem Rücken den Gefechtsvorposten des Gegners angegriffen. Mit Granaten und MPi-Feuer haben die Aufklärer eine Gruppe Hitleristen vernichtet. Ungeachtet von Nebel und Schneeregen flogen sowjetische Piloten Angriffe gegen den rückwärtigen Raum des Gegners, wobei drei Lokomotiven und ein Lastkraftwagen zerstört wurden.

An einem Abschnitt der 2. Ukrainischen Front ergaben sich mehr als 100 Soldaten des 70. Ungarischen Regiments. Der gefangene Unteroffizier des Minenwerfer-Zuges des 3. Bataillons Sandor Tikan erzählte: „Unser Regiment wurde unter großen Verlusten hinter den Fluss Theiß zurückgeworfen. Das erste Bataillon war da schon fast völlig aufgerieben. Viele Soldaten nutzten das Durcheinander und liefen zu den Russen über. Bei einer Rast ließ der Kommandeur das Regiment antreten, das nur noch 180 Mann zählte, und hielt eine Rede. Er überzog uns mit Schimpf und Schande und erklärte: Ich werde euch zwingen zu kämpfen. Offiziere, die zurückweichen, werde ich hängen, und Soldaten erschießen. Am selben Tag nahmen wir neue Verteidigungsstellungen ein. In der Nacht kam irgendein Soldat angerannt und teilte mit, das die Nachbarkompanie vollzählig zu den Russen übergegangen sei und die Russen sich unseren Stellungen näherten. Bald darauf tauchte an unseren Gräben eine Gruppe Rotarmisten auf. Wir wehrten uns nicht. Waffen und Munition wurden zusammengetragen, um sie den Russen zu übergeben. Unter Bewachung der Rotarmisten gingen wir in Gefangenschaft. Auf dem Weg schlossen sich uns noch 57 Soldaten aus der vor uns gelegenen Kompanie an.“

An einem anderen Abschnitt lief die Panzerbesatzung der 1. Kompanie des 3. motorisierten Regiments der Ungarischen Panzerdivision zu der Roten Armee über. Einer der Überläufer teilte mit: „Die fünf Mann starke Besatzung unseres Panzers wollte nicht für Deutschland kämpfen. Wir beschlossen, uns zu ergeben. Als die Russen an unserem Abschnitt zum Angriff übergingen, meldeten wir dem Kommandeur, dass der Motor des Panzers beschädigt sei. Wir erhielten den Befehl, den Motor sofort zu reparieren und uns beim Bataillonsstab einzustellen. Wir hantierten an dem Motor herum und taten so, als würden wir den Schaden beheben. Weil die Russen immer näher kamen, befahl der Kommandeur, den Panzer zu sprengen und sich zurückzuziehen, aber wir führten den Befehl nicht aus, sondern warteten, bis die Rote Armee kam. Kaum waren die Russen im Ort, hatten wir den Panzer repariert und übergaben ihn einem sowjetischen Offizier.“

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