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Die Lage an den Fronten am 7. Dezember 1944

In Ungarn setzten unsere Truppen zwischen dem Plattensee und der Donau die Angriffe fort. Die Deutschen werfen in fiebriger Eile immer neue Kräfte in diesen Abschnitt. In der letzten Zeit wurden die 44. und die 71. Deutsche Infanteriedivision aus Italien, die 271. Deutsche Infanteriedivision von der Westfront und mehrere Truppenteile aus Deutschland herangezogen. Diese Divisionen nehmen an den Kämpfen teil und haben schon große Verluste erlitten. Unter den von unseren Truppen gemachten Gefangenen sind viele Soldaten und Offiziere der 44., 71. und 271. Deutschen Infanteriedivision.

Sowjetische Schützenabteilungen vernichteten nach einem erfolgreichen Manöver zwei Bataillone der feindlichen Infanterie, die gerade erst an der Front angekommen waren und zum Teil nicht einmal die Waggons verlassen hatten.

Zwischen dem Plattensee und dem Fluss Drava sind unsere Truppen unter Kämpfen bis zu 15 Kilometer vorgerückt. Die Hitleristen zogen sich ungeordnet zurück und hinterließen viele Waffen und Ausrüstung. Unsere Abteilungen nahmen neun Eisenbahnstationen ein und erbeuteten viele Lokomotiven, Waggons sowie Militär- und Lebensmittellager. Alle Versuche der Deutschen, den Angriff unserer Truppen mit Gegenangriffen aufzuhalten, verliefen erfolglos. Im Laufe des Tages wurden bis zu 1.400 deutsche und ungarische Soldaten und Offiziere vernichtet. Erbeutet wurden zwei Selbstfahrlafetten und 34 Feldgeschütze sowie viele Maschinengewehre, Gewehre und MPi.

Der gefangen genommene Oberarzt des 1. Bataillons des 189. Regiments der 81. Deutschen Infanteriedivision Joseph Rauter gab an: „Noch im letzten Jahr hatte das deutsche Oberkommando neue Vorschriften für militärmedizinische Kommissionen veröffentlicht. Nach diesen Vorschriften sollten auch Personen mit ernsten körperlichen Mängeln ins Feld geschickt werden. Im Oktober war ich Arzt im 181. Reservebataillon. Im Laufe von zwei Wochen wandten sich mehr als hundert Soldaten mit der Bitte an mich, sie ins Lazarett zu schicken. Ich persönlich konnte nur 30 Mann untersuchen. Fast alle waren nicht wehrtauglich, weder zum Dienst im Hinterland noch an der Front. Darunter waren Leute mit Herzfehlern und Magengeschwüren. Bei mehreren Soldaten sind alte Verletzungen wieder aufgebrochen. Und doch beließ ich gemäß der Vorschriften alle diese Soldaten im Dienst. Das deutsche Oberkommando hat allen Ärzten strengste Anweisungen gegeben, Simulanten zu enttarnen. Weil es sehr viele Simulanten gibt und noch viel mehr Kranke, hat der Arzt überhaupt keine Möglichkeit, Simulanten und Kranke zu unterscheiden. Die Ärzte schicken alle, ohne hinzusehen, zurück in die Gräben.“

Zum Schluss erklärte der Gefangene: „Verletzte Soldaten werden jetzt nur noch als Last angesehen. Als ich beim 189. Regiment ankam, um Arzt des 1. Bataillons zu werden, wurde ich von Regimentschef Maier in Empfang genommen. Er sagte, dass ich den Soldaten unter Kampfbedingungen keinerlei ärztliche Hilfe zukommen lassen kann, weil es weder Transportmittel noch Sanitäter gibt. Beim Rückzug der deutschen Truppen werden die Verletzten ihrem Schicksal überlassen.“

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