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SowInformBüro berichtet
Die Lage an den Fronten am 3. Februar 1945

In Ostpreußen sind unsere Truppen 15 Kilometer vorgerückt und kämpfen an den Zufahrtsstraßen nach Landsberg. Bei diesen Kämpfen haben die Deutschen bis zu 6.000 gefallene Soldaten und Offiziere verloren. Es wurden 68 Panzer und Selbstfahrlafetten, 33 Schützenpanzerwagen und 50 Feldgeschütze vernichtet. Überall liegen zerschossenes Gerät und von den Hitleristen zurückgelassene Waffen herum. Erbeutet wurden u. a. 25 Lokomotiven, 500 Eisenbahnwaggons, 69 Zugmaschinen und 470 Automobile. 700 Soldaten und Offiziere des Gegners wurden gefangen genommen.

Nordwestlich und westlich von Schneidemühl sind unsere Truppen unter Kämpfen bis vor Schloppe vorgerückt. Die deutsche Garnison hatte bequeme und im Voraus angelegte Stellungen eingenommen und leistete hartnäckigen Widerstand. Unsere Abteilungen schnitten dem Gegner alle Rückzugswege ab und nahmen die Stadt Schloppe im Sturm. An einem anderen Frontabschnitt haben unsere Truppen die Stadt Freudenfier genommen. Bis zu zwei Bataillone der deutschen Infanterie wurden ausgelöscht, 14 Panzer wurden zerschossen.

Nordöstlich und östlich von Frankfurt/Oder setzten unsere Truppen die Offensive fort. Ungeachtet des einsetzenden Tauwetters rücken die sowjetischen Truppen unentwegt weiter vor und vernichten auf ihrem Weg die Garnisonen und Stützpunkte des Gegners. Nach erbitterten Kämpfen wurde das acht Kilometer von der Stadt und Festung Küstrin entfernte Sonnenburg genommen. Im Laufe der Kämpfe wurden mehrere erst vor kurzem in die Schlacht geworfene Abteilungen des Gegners vernichtet. Erbeutet wurden u. a. 350 Eisenbahnwaggons und offene Güterwagen, 16 davon mit Flugzeugen.

Östlich von Szekesfehervar hat der Gegner große Panzer- und Infanteriekräfte konzentriert und versuchte mehrmals, zu der in Budapest eingeschlossenen Gruppierung durchzubrechen. Wie bereits berichtet, gelang es den Deutschen ursprünglich, unter schweren Verlusten ein Stück vorzurücken. Unsere Truppen hatten den Feind bei den Abwehrkämpfen zermürbt und unternahmen nun schwere Angriffe.

Mit einem Schlag von Süden und Norden brachen die sowjetischen Panzerbesatzungen, Infanteristen und Artilleristen den feindlichen Widerstand und kreisten die deutsche Truppengruppierung ein. In einem kurzen Kampf wurde die von allen Seiten bedrängte feindliche Gruppe liquidiert. Allein im Laufe dieses Tages wurden über 2.000 Hitleristen vernichtet und 39 deutsche Panzer und Schützenpanzerwagen zerschossen.

An der 2. Weißrussischen Front ist der Befehlshaber des 1. Bataillons der 30. motorisierten Einheit der 18. Deutschen motorisierten Division Heinrich Dept zur Roten Armee übergewechselt. Der Überläufer gab an: „Die Ausmaße der Offensive der sowjetischen Truppen hat uns überwältigt. Ich habe am Feldzug der deutschen Armee nach Frankreich teilgenommen und in Afrika, Italien und an verschiedenen Abschnitten der sowjetisch-deutschen Front gekämpft. Ich war bei vielen Kämpfen dabei und habe viele bittere Augenblicke erlebt. Aber solch eine Niederlage, wie wir sie im Januar erlebt haben, habe ich nie gesehen. Mein Bataillon, das 650 aktive Bajonette zählte, wurde in nur wenigen Tagen vernichtet.

Die blitzartigen Schläge der russischen Truppen haben nicht nur die Soldaten, sondern auch die Offiziere demoralisiert. Jetzt sehen sogar die beschränkten und kurzsichtigen Offiziere, dass Deutschland am Rande des Abgrunds steht. Oberst Schöne und General-Major Belsen haben mir in persönlichen Gesprächen gesagt, dass es jetzt, wo alle den Zusammenbruch Deutschlands sehen, dumm sei, den Widerstand fortzusetzen.

So denken viele Offiziere, aber sie können sich nicht zum Handeln entschließen. Die Offensive der Roten Armee hat mich endgültig davon überzeugt, dass der Krieg bald mit der völligen Zerschlagung der deutschen Armee und der Vernichtung des Hitlerregimes enden wird. Ich habe begriffen, dass es unter den gegebenen Umständen sinnlos ist, den Kampf weiterzuführen, und bin auf die Seite der Roten Armee übergewechselt.“



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